Neue Räume für die digitale Bildung

Modellprojekt der Univversität Siegen „Bildungsconnector Olpe“ (bc:Olpe) erreicht den nächsten Meilenstein. Schulministerin Gebauer lobt: „Wegweisend“.

Die digitale Transformation im Bildungsbereich gemeinsam angehen – das haben sich die Universität Siegen, die Stadt Olpe und der Kreis Olpe in ihrem Modellprojekt „Bildungsconnector Olpe“ (bc:Olpe) vorgenommen. Mit dem Bezug der neuen Räume in der ehemaligen Pestalozzischule in Olpe wird die Zusammenarbeit nun auf eine neue Grundlage gestellt. Im Beisein von Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW, hat die Stadt Olpe nun die neuen Räumlichkeiten für das Projekt in die koordinierende Verantwortung der Universität Siegen übergeben. Bürgermeister Peter Weber überreichte symbolisch einen Schlüssel an Prof. Dr. Alexandra Nonnenmacher, Prorektorin für Bildung der Universität Siegen.

„Digitale Bildung macht nicht an Fächergrenzen halt. Schule hat sich stark verändert und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Wir müssen Player sein, nicht nur Zuschauer. Mit ‚bc:Olpe‘ wird dieses Thema produktiv angegangen und aktiv gestaltet. Dafür ist dieser Forschungsraum in Olpe wegweisend. Sie dürfen zu Recht stolz sein, was hier geschaffen wurde“, sagte Yvonne Gebauer in ihrem Grußwort. Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart dankte allen Projektpartnern: „Dieses Ergebnis basiert auf ihrem Engagement.“

Regierungsschuldirektor Dr. Stefan Werth bekräftigte den Willen der Bezirksregierung, Neues möglich zu machen: „Wir müssen raus dem Bequemen, rein ins Fremde, in den Dialog, in die Verständigung. Es muss anders werden, damit es gut wird. Wir erhoffen uns Ergebnisse, die weit über Olpe hinaus gehen.“ Die Bezirksregierung Arnsberg hatte das Projekt von Beginn an begleitet.

„Dieses Projekt ist eine bundesweit einmalige Verbindung. Hier steht die gemeinsame Entwicklung spezieller Entwicklungsziele von Schulen im Mittelpunkt – in der Bildungswissenschaft, in Deutsch oder Mathe. Diese Verbindung ermöglich die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, den zielgerichteten Einsatz von digitalen Instrumenten im Unterricht. Und sie ermöglicht es uns als Universität, vor Ort zu forschen, um so Rückschlüsse für unsere Ausbildung von Studierenden im Bereich Lehramt zu gewinnen. Das ist eine klassische Win-Win-Situation“, sagte Prof. Dr. Alexandra Nonnenmacher.

Die fünf mit modernster digitaler Technik ausgestatteten Räume bieten optimale Voraussetzungen für eine anwendungsorientierte Bildungsforschung sowie für die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit den Schulen. Technik, Inhalt und Didaktik sollen hier zusammengedacht werden, um exemplarisch zu untersuchen, wie digitale Werkzeuge gewinnbringend im Schulunterricht eingesetzt werden können. „Olpe setzt einen Schwerpunkt auf Bildung. An diesem Projekt sind alle Schulen in Olpe beteiligt, alle arbeiten mit der Universität zusammen – von dieser Verbindung profitieren wir alle. Der Bildungsconnector bringt unsere Region ein großes Stück voran, er ist vor allem ein Gewinn für alle Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte“, sagte Bürgermeister Weber. 175.000 Euro hat die Stadt in die Räume investiert, rund 100.000 Euro davon in die technische Ausstattung. Ein Großteil des Geldes stammt aus dem Förderprogramm „Smart Cities“ des Bundes.

bc:Olpe – die neuen Räume

Herzstück des Traktes in der ehemaligen Pestalozzischule ist das „Lehr- und Lernlabor“ – ein hochmoderner Klassenraum, der unter anderem über Tablets, Laptops, Virtual-Reality-Brillen, 3D-Drucker, eine digitale Tafel und eine 360°-Kamera verfügt. Der Unterricht im Lehr- und Lernlabor kann mit Hilfe mehrerer Kameras gefilmt werden. In einem benachbarten Video- und Schnittraum können die Aufnahmen gesteuert sowie die Filmsequenzen aufbereitet werden. Ein Differenzierungsraum bieten sich für die Arbeit mit kleineren Schülergruppen an. In einem Co-Workingspace können LehrerInnen und Forschende gezielt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die einen besonderen Förderbedarf haben und zugleich die gemeinsamen Lehr- und Forschungsprojekte miteinander abstimmen.

Forschende und Studierende der Universität Siegen sowie SchülerInnen und LehrerInnen aller am bc:Olpe beteiligten Schulen können die Räume nutzen, um an den Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis auf Augenhöhe Bildung zu erforschen und weiterzuentwickeln. Es handelt sich um eine dauerhafte Einrichtung, in der in den kommenden Jahren zahlreiche Forschungs- und Fortbildungsprojekte umgesetzt werden.

bc:Olpe – das Kooperationsnetzwerk

Am bc:Olpe sind alle allgemeinbildenden Schulen der Stadt Olpe beteiligt. Dreizehn ProfessorInnen und Lehrende aus allen vier lehrerbildenden Fakultäten (Philosophische Fakultät, Fakultät Bildung-Architektur-Künste, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht, Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät) der Universität Siegen engagieren sich in dem Modellprojekt.

Konkret geht es darum, durch den wissenschaftlich begleiteten Einsatz digitaler Medien die Qualität des Schulunterrichts zu steigern. Lehrerinnen und Lehrer werden dafür entsprechend fortgebildet. Gleichzeitig wird die Lehramtsausbildung an der Universität Siegen im Hinblick auf den Einsatz digitaler Medien professionalisiert. (Zukünftige) LehrerInnen lernen, wie sie mit Hilfe digitaler Werkzeuge in ihrem Unterricht einen inhaltlichen und didaktischen Mehrwert schaffen können. Der gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsverbund ist seit zwei Jahren fest etabliert und hat seine Arbeit in zahlreichen Projekten mit den allgemeinbildenden Schulen der Kreisstadt Olpe aufgenommen. Beispiele für bereits gestartete Projekte des bc:Olpe sind das Projekt „DigiMath4Edu“, in dem es um digitale Möglichkeiten im Mathematikunterricht geht oder das „Studienprojekt 2.0“, bei dem Lehramtsstudierende in ihrem Praxissemester am bc:Olpe den Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht erproben.

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